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Concrete Chemicals erhält 350 Millionen Euro Förderung für Deutschlands größte e-SAF-Anlage im industriellen Maßstab

Die Concrete Chemicals GmbH, bestehend aus ENERTRAG und Zaffra, hat eine Förderung von 350 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen errichtet damit Deutschlands größte Produktionsanlage für nachhaltige Flugkraftstoffe (e-SAF) im industriellen Maßstab.

Die Förderung wurde auf nationaler und Landesebene genehmigt, die Prüfung durch die Europäische Kommission befindet sich derzeit in ihrer finalen Phase. Im Rahmen der Leitlinien für Klima-, Energie- und Umweltschutzbeihilfen (CEEAG) zielt die Fördermaßnahme darauf ab, den Aufbau einer wettbewerbsfähigen sauberen Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen und gleichzeitig die Energiesouveränität der EU zu stärken.

Das Projekt treibt die Dekarbonisierung der europäischen Luftfahrt voran und unterstützt damit die Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Deutschland und Brandenburg setzen damit ein klares Zeichen für den Ausbau heimischer e-SAF-Produktion, die am Industriestandort Schwedt erfolgen soll.

Als zentraler Baustein der EU-Energie- und Klimastrategie unterstützt Concrete Chemicals direkt die Beimischungsquoten der ReFuelEU Aviation-Verordnung. Innovation, Erneuerbare Energien und Klimapolitik greifen hier ineinander. Das stärkt europäische Lieferketten, schafft Industriearbeitsplätze und fördert die Region.

Concrete Chemicals stellt synthetisches Kerosin im Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) her. Der Prozess nutzt biogenes CO₂ und erneuerbaren Wasserstoff. Für den Bezug von lokalem CO₂ plant das Konsortium eine Kooperation mit der LEIPA Georg Leinfelder GmbH, einem führenden Hersteller von Papier- und Kartonprodukten auf Basis von Altpapier in Schwedt. Die PtL-Anlage ist für mehr als 37.000 Tonnen Kapazität pro Jahr (30.000 Tonnen e-SAF und 7.000 Tonnen e-Naphtha) ausgelegt, was mindestens 100.000 Tonnen fossiles CO₂ in der Luftfahrt einspart.

„Wir zeigen, dass die Energiewende nicht bei Strom endet. Sie hebt jetzt ab“, sagt Dr. Gunar Hering, CEO bei ENERTRAG. „Unsere Expertise in Erneuerbaren Energien ermöglicht den kosteneffizienten Einsatz von grünem Wasserstoff für die Flugkraftstoffe der Zukunft.“

Das Projekt ist auf die entstehende Wasserstoffinfrastruktur Deutschlands und die Ziele des IPCEI-Wasserstoff-Rahmens abgestimmt. Standort und Design erlauben später den Anschluss an das nationale Wasserstoffkernnetz, vorbehaltlich des Infrastrukturausbaus und regulatorischer Genehmigungen. So bleibt das Projekt skalierbar und lässt sich langfristig in den europäischen Wasserstoffmarkt integrieren. Weiterhin wird das Vorhaben die Resilienz des deutschen und europäischen Energiesektors verbessern und das Land widerstandsfähiger bei künftigen Krisensituationen machen.

Concrete Chemicals liefert messbare Ergebnisse für Deutschland und die EU. Es unterstützt die Erfüllung des EU-Teilmandats für e-SAF-Beimischung (beginnend mit 1,2 Prozent) im Jahr 2030 und trägt zu den EU-Klimazielen bei: 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050. Zudem unterstützt es die Nationale Strategie für nachhaltige Luftfahrt der Bundesregierung und hilft signifikant dabei, die deutschen Beimischungsvorgaben für e-SAF im Rahmen von ReFuelEU im Jahr 2030 zu erfüllen.

„Zaffra und seine Partner liefern genau die Art von industrieller Spitzeninnovation, die Europa dringend braucht“, sagt Jan Toschka, CEO von Zaffra. „Dieses Projekt beweist, dass sich Innovation mit Energiesicherheit, Klimazielen und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbinden lässt, und zwar mit europäischer Technologie, deutscher Infrastruktur und Arbeitsplätzen in Brandenburg.“

Die technische Planungsphase beginnt unmittelbar. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird bis 2027 angestrebt. Die Produktion soll die Beimischungsquoten ab 2030 unterstützen.

Hinter Concrete Chemicals stehen ENERTRAG und Zaffra. Beide Unternehmen bringen Expertise in Erneuerbaren Energien, grünen Molekülen und industrieller Dekarbonisierung mit. Die Partner entwickeln eine Blaupause für SAF-Anlagen, die sich europaweit und darüber hinaus skalieren lässt.