Neues Fledermausquartier in der Zerweliner Heide

15.08.2018

Zu den geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zählen der Rückbau von ehemals landwirtschaftlich oder militärisch genutzten Anlagen, die den Boden- und Wasserhaushalt beeinträchtigen und als „Schandfleck“ in der Landschaft stehen.

Alter NVA-Bunker vor dem Umbau

Die oft ruinösen Gebäude können mit der Zeit aber auch Lebensräume für geschützte Tierarten wie Singvögel oder Fledermäuse geworden sein und erfordern daher vor ihrem Abriss regelmäßig Untersuchungen auf gebäudeaffine Tierarten. Daher sind artenschutzrechtliche Vermeidungsmaßnahmen manchmal nicht nur für das eigentliche Energievorhaben, sondern auch für die Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen erforderlich.

Umbau eines NVA-Bunkers als Fledermausquartier

Vor dem Rückbau eines Gebäudekomplexes als Kompensationsmaßnahme im Zusammenhang mit der Errichtung eines Windfeldes bei Dauer im Norden Brandenburgs wies die artenschutzrechtliche Untersuchung vor Ort die Kellerräume als geeignetes Winter-Quartier für Fledermäuse aus. Da die Beschädigung bzw. Zerstörung der Kellerdecken im Zuge der Abrissmaßnahmen jedoch unausweichlich erschien, schlugen die Gutachter den Neubau eines Ersatzquartiers in vergleichbarer Größe und fledermausfreundlicher Ausstattung andernorts vor.

Ein neues Zuhause für die Tiere wurde auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uckermark in der „Zerweliner Heide“ gefunden. Bis 1990 wurden Teile der „Zerweliner Heide“ von der Nationalen Volksarmee der DDR als Standort für Fliegerabwehrraketen genutzt.

Bezugsfertiges Fledermausquartier nach Umbau
Das 800 Hektar große Gebiet mit zum Teil uralten Wäldern, unberührten Seen und wertvollen Mooren wurde danach unter die Obhut von Naturschützern gestellt.

In Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen wurden 2018 von ENERTRAG geplante Neu- und Umbauten an der vorgeschlagenen Bunkeranlage beauftragt, damit diese als geeignetes Winterquartier fungieren kann. Die vier vorhandenen Bunker wurden mit einem Gang aus Betonfertigteilen verbunden. Für die Fledermäuse wurden die Wände des Ganges mit seitlichen Einflugöffnungen versehen, an der Decke spezielle raue Betonsteine angebracht und extra Öffnungen zur Gewährleistung einer entsprechenden Befeuchtung der Innenräume hergestellt. Der seitliche Zugang wurde mit einer massiven Stahltür und einem einbruchsicheren Schließsystem versperrt. Sowohl die vorhandenen Bunker als auch der neue Gang wurden anschließend mit Erdreich überschüttet und die Anlage so vor Frost geschützt und in die umgebende Landschaft eingebunden.

Das Winterquartier wurde inzwischen gut von verschiedenen Fledermausarten angenommen.


zurück zur Übersicht